El guion
El vídeo está en alemán, y el texto de abajo también: es el guion original, palabra por palabra.
Hook: Drei Monate, zwei Nachmittage
En el vídeo desde 0:00Ein Beispielkonto. Drei Monate Disziplin. Jeder Trade nach Plan, jeder Stop an seinem Platz, und das Konto steht bei plus 18 Prozent. Dann kommen zwei Nachmittage, und am Abend des zweiten steht das Konto tiefer als am ersten Tag.
Das ist keine Drohung. Das ist Arithmetik.
In dieser Folge öffnen wir die Akte des Scheiterns: wie zwei Tage drei Monate auslöschen, warum ein Minus von fünfzig Prozent ein Plus von hundert verlangt, und warum dein Kontostand nur die sichtbare Hälfte der Rechnung zeigt.
Kapitelkarte und Bauplan
En el vídeo desde 0:46Band eins, Kapitel drei: Die wahren Kosten des Scheiterns. Kapitel eins zeigte die Schatten auf deinem Chart, Kapitel zwei das Gehirn, das sie deutet. Jetzt kommt die Rechnung, in fünf Schritten.
Zuerst die Mathematik des Ruins an einem einzigen Konto. Dann der Lebenszyklus eines Retail-Traders, mit echten Daten und drei Profilen. Danach das Paradox, dass mehr Information nicht hilft. Dann die Asymmetrie des Drawdowns. Zum Schluss die vier Kosten, die in keinem Kontoauszug stehen, und drei Einträge für dein Journal.
Abschnitt 1: Ein solides System
En el vídeo desde 1:26Abschnitt eins: die Mathematik des Ruins. Nimm einen Trader, der solide arbeitet. Er riskiert höchstens ein Prozent seines Kontos pro Trade, trifft in der Hälfte der Fälle, und seine Gewinner bringen im Schnitt das Doppelte seines Risikos.
Rechne mit: Die eine Hälfte der Trades bringt zwei Risiko-Einheiten, die andere kostet eine, also bleibt pro Trade im Schnitt eine halbe Einheit übrig. Ein profitables System. Und trotzdem reicht ein einziger Disziplinbruch, um ihn auszulöschen.
Drei Monate Aufbau
En el vídeo desde 2:01Was jetzt kommt, ist ein durchgerechneter Modellverlauf, kein echter Kontoauszug. Monat eins: plus 5,8 Prozent. Monat zwei: plus 6,1. Monat drei: plus 5,2. Weil jeder Monat auf dem vorigen aufbaut, steht das Konto danach bei plus 18,1 Prozent. Drei Monate Geduld, drei Monate Prozesstreue.
Zwei Nachmittage
En el vídeo desde 2:29Dann kommt Monat vier. Ein schlechter Tag, das Revenge-Trading aus dem letzten Kapitel setzt ein, und an einem einzigen Nachmittag verliert er zwölf Prozent seines Kontos.
Am nächsten Tag will er den Verlust zurückholen und verliert weitere acht Prozent. Aus plus 18,1 werden minus 4,4 Prozent. Drei Monate Aufbau, zwei Tage Zerstörung.
Verkettet, nicht addiert
En el vídeo desde 2:57Warum minus 4,4 und nicht minus zwei, wie es achtzehn minus zwölf minus acht ergäbe? Weil jeder Verlust auf den aktuellen Kontostand wirkt, nicht auf den Startwert. Zwölf Prozent von 118,1 sind gut vierzehn Punkte, acht Prozent vom Rest noch einmal gut acht. Am Ende stehen 95,6, nicht achtundneunzig.
Und bei einem Prozent Risiko sind zwölf Prozent an einem Nachmittag kein schlechter Trade, sondern rund zwölf volle Risiko-Einheiten am Stück. Nicht das System ist gebrochen. Die Disziplin ist es.
Kernprinzip: Die Asymmetrie der Zeit
En el vídeo desde 3:38Kernprinzip eins: die Asymmetrie der Zeit. Gewinne entstehen täglich, in kleinen, kontrollierten Schritten. Verluste entstehen in Minuten, wenn System eins das Steuer übernimmt. Deshalb steht Kapitalerhalt immer vor Kapitalzuwachs, und Risikomanagement ist keine Ergänzung, sondern die Voraussetzung für alles andere.
Abschnitt 2: Die Daten aus Taiwan
En el vídeo desde 4:02Abschnitt zwei: der Lebenszyklus. Ist der Trader aus dem Beispiel ein Einzelfall? Belastbare Daten dazu kommen von den Finanzökonomen Brad Barber und Terrance Odean. Mit Kollegen werteten sie sämtliche Transaktionen der Börse von Taiwan aus, von 1992 bis 2006, im Durchschnittsjahr rund 450.000 Menschen, die Aktien am selben Tag kauften und verkauften.
Weniger als ein Prozent
En el vídeo desde 4:34Das Ergebnis, veröffentlicht 2014: Weniger als ein Prozent dieser Daytrader konnte nach Transaktionskosten vorhersagbar und verlässlich Geld verdienen.
Eine spätere Arbeit derselben Forscher zählte, wer dabeibleibt. Unter allen, die an mindestens zehn Tagen als Daytrader gehandelt hatten, waren nach einem Jahr noch 44 Prozent aktiv, nach zwei Jahren 24, nach drei Jahren 15. Von hundert hatten nach drei Jahren 85 aufgehört. Und aktiv heißt nicht profitabel.
Ein Friedhof ohne Grabsteine
En el vídeo desde 5:13Du liest diese Zahlen, ein Teil von dir nickt, und meint trotzdem die anderen. Dahinter stecken zwei bekannte Denkfehler.
Der erste heißt Survivorship Bias, die Verzerrung durch die Überlebenden. Auf YouTube, X und Telegram siehst du Screenshots grüner Konten. Die Verlierer verschwinden lautlos, ohne Posting und ohne Abschiedsvideo. Du schätzt deine Chancen also an einer Stichprobe, aus der die Gescheiterten herausgefiltert sind, und was nach »so viele schaffen es« aussieht, ist ein Friedhof ohne Grabsteine.
Base-Rate-Neglect
En el vídeo desde 5:50Der zweite heißt Base-Rate-Neglect: Du nimmst die Statistik hin und nimmst dich selbst davon aus. Stell die Frage einmal andersherum. Wenn nach drei Jahren 85 von hundert aufgehört haben und du glaubst, zu den fünfzehn zu gehören, worauf stützt sich dieser Glaube? Auf eine Gewinnserie, die kürzer ist als deine Selbstsicherheit?
Ein Modell in fünf Phasen
En el vídeo desde 6:16Über diese Daten legt das Buch ein Modell in fünf Phasen. Die Zahlen aus Taiwan sind das Skelett, den Verlauf der Gefühle hat der Autor aus Trading-Journals verdichtet, die ihm über die Jahre durch die Hände gingen. Ein Modell also, keine Messung.
Phase eins, die Euphorie, die ersten drei Monate. Ein Kurs, ein Video, ein System, und die ersten Trades laufen gut. Er rechnet seine Gewinne aufs Jahr hoch und sieht sich schon mit dem Laptop am Strand. Die Dopamin-Maschine aus Kapitel zwei läuft auf Hochtouren.
Realität und Verzweiflung
En el vídeo desde 6:54Phase zwei, die Realität, Monat drei bis sechs. Die Verluste beginnen, und zwar nicht die kleinen, geplanten eines funktionierenden Systems, sondern die chaotischen eines Systems, das keines ist. Er wechselt den Indikator, die Zeitebene, den Markt, den Kurs, und sucht das fehlende Puzzlestück, das es nicht gibt.
Phase drei, die Verzweiflung, Monat sechs bis zwölf. Zu viele Trades und zu große Positionen werden zum Dauerzustand, die Revenge-Kaskade zur Routine. Er handelt mehr, obwohl seine Ergebnisse schlechter werden. Hier geben die meisten auf.
Kapitulation und Wiedergeburt
En el vídeo desde 7:35Phase vier, die Kapitulation, Monat zwölf bis achtzehn. Entweder er hört auf, oder er füllt das Konto auf und eröffnet ein größeres. In Wahrheit sucht er keinen größeren Spielraum, sondern einen schnelleren Weg zurück. Einen sicheren gibt es nicht, mehr Risiko macht die Hürde nur höher.
Phase fünf, die Wiedergeburt. Wenige kommen durch, und nicht mit einem besseren System. Sie hören auf, nach dem System zu suchen, und fangen an, an sich selbst zu arbeiten, weil das Problem nie der Markt war, sondern ihre Reaktion auf den Markt. Genau dort setzt das Buch an.
Leg die fünf Phasen hintereinander, und du siehst die Form: schnell hinauf, lange hinab, mühsam zurück.
Drei Akten
En el vídeo desde 8:24Greifbar wird der Zyklus an drei erfundenen Profilen aus dem Buch, gebaut aus Mustern, die der Autor in Trading-Journals gesehen hat. Alle drei starten mit demselben Konto: 30.000 Euro.
Fall eins: Markus, das Indikator-Opfer
En el vídeo desde 8:40Fall eins: Markus, 34, Ingenieur, er liebt Systeme. Sein Chart hat mehr Linien als ein U-Bahn-Plan. Er kauft, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: der RSI unter dreißig, eine Kreuzung im MACD, der Preis am Zweihunderter-Durchschnitt.
Drei Monate geht das leidlich, weil der Markt seitwärts pendelt. Dann wechselt das Regime, und sein Ansatz kauft in einen Abwärtstrend hinein. Fünfmal kauft er den Boden, fünfmal fällt der Preis weiter. Er handelt Schatten wie in Kapitel eins, Indikatoren, die zeigen, wo der Markt war.
Nach acht Monaten und rund 120 Trades steht er bei minus 35 Prozent: 19.500 Euro.
Fall zwei: Sarah, das FOMO-Opfer
En el vídeo desde 9:30Fall zwei: Sarah, 28, Marketing-Managerin, impulsiv, sie folgt dreißig Trading-Accounts auf X und Telegram. Sie liest: ES bricht aus, das Ziel liegt fünfzig Punkte höher. Sie springt hinein, der Markt läuft dreißig Punkte und dreht. Sie hält, weil der Tweet von einem Profi kam, und am Abend steht sie zwei Prozent im Minus.
Am nächsten Tag der nächste Tweet, diesmal Short. Sie springt hinein, genau am Tief, und der Markt dreht nach oben. Minus drei Prozent. Ihr Mechanismus ist FOMO aus Kapitel zwei, sie reagiert auf die Überzeugungen anderer. Nach vier Monaten und über 200 Trades steht sie bei minus 28 Prozent: 21.600 Euro.
Fall drei: Thomas, das Revenge-Opfer
En el vídeo desde 10:20Fall drei: Thomas, 41, selbstständig, er hasst es zu verlieren. Er ist gefährlicher als die beiden anderen, weil er wirklich etwas versteht: Er liest Wyckoff-Phasen korrekt, seine Analyse stimmt meistens.
Aber wenn er verliert, verliert er die Kontrolle. Ein Stop am Morgen, ein Revenge-Trade am Mittag, ein dritter am Nachmittag mit doppelter Größe. An guten Tagen plus ein Prozent, an schlechten minus fünf, und damit braucht er sechs gute Tage, um einen schlechten auszugleichen.
Nach sechs Monaten steht er bei minus 22 Prozent: 23.400 Euro. Seine Analyse war nie das Problem. Sein Verhalten war es.
Was die drei gemeinsam haben
En el vídeo desde 11:08Markus scheitert an der technischen Illusion aus Kapitel eins, Sarah an der psychologischen aus Kapitel zwei, Thomas an der Mathematik dieses Kapitels. Jedem hätte ein fester Prozess helfen können: Markus der WVPO-Trichter, der Kontext liefert, Sarah ein Kill-Switch, der den FOMO-Trade blockiert, Thomas die Ein-Prozent-Regel mit einem Tageslimit.
Zusammen haben die drei 25.500 Euro verloren. Und das ist erst die sichtbare Hälfte der Rechnung.
Abschnitt 3: Mehr Information
En el vídeo desde 11:43Abschnitt drei: das Paradox des Überinformierten. Eine Annahme sitzt tief: Mehr Information führt zu besseren Entscheidungen. Der Retail-Trader von heute hat Kurse auf zehn Zeitebenen, Nachrichten im Sekundentakt, Wirtschaftskalender, Stimmungsbarometer, Analystenurteile, Optionsvolumen, Dark-Pool-Daten und Orderflow-Heatmaps. Das Buch hält dagegen.
Drei Mechanismen
En el vídeo desde 12:13Es sind drei Mechanismen. Erstens die Analyse-Paralyse: Zu viele widersprüchliche Signale lähmen, der Trader wartet, bis die Bewegung fast vorbei ist, und springt im letzten Moment hinein. Zu spät und zu teuer.
Zweitens der Confirmation Bias, die Suche nach Bestätigung, jetzt mit unbegrenzter Munition. Er liest zehn Quellen, bis drei seine These stützen, und blendet die sieben anderen aus. Das ist keine Analyse, das ist Selbstbetäubung.
Drittens eine Illusion des Wissens: Mehr Information fühlt sich an wie mehr Verständnis und damit wie mehr Kontrolle. Aber ein Gefühl ist noch kein Befund.
Gemessen: Zuversicht und Treffer
En el vídeo desde 12:59Ein Experiment zeigt das Muster außerhalb des Tradings. Die Forscher Tsai, Klayman und Hastie ließen Testpersonen Ergebnisse im amerikanischen College-Football vorhersagen, veröffentlicht 2008, und gaben ihnen Stufe für Stufe mehr Statistiken. Mit jeder Stufe stieg ihre Zuversicht, die Trefferquote blieb fast flach, und die Schere zwischen gefühlter und tatsächlicher Urteilskraft ging immer weiter auf. Am Chart hat das niemand gemessen.
Das Informations-Paradox
En el vídeo desde 13:33Das Buch zieht daraus eine Kette: mehr Information, mehr Zuversicht, gleiche Qualität, und im schlimmsten Fall größere Positionen und häufigere Trades. Die Lösung ist nicht mehr Information, sondern die richtige. Dafür steht im Buch der WVPO-Trichter, der Rauschen herausnimmt, statt es zu addieren.
Abschnitt 4: Minus fünfzig, plus hundert
En el vídeo desde 13:56Abschnitt vier: die Asymmetrie des Drawdowns, also des Rückgangs vom Höchststand deines Kontos. Je mehr du verlierst, desto mehr musst du gewinnen, um zurückzukommen, und zwar überproportional.
Nimm hundert Euro. Verlierst du die Hälfte, bleiben fünfzig. Gewinnst du danach fünfzig Prozent, hast du fünfundsiebzig, nicht hundert. Um von fünfzig zurück auf hundert zu kommen, musst du dein Geld verdoppeln. Minus fünfzig verlangt plus hundert.
Die Tabelle
En el vídeo desde 14:29Lies die Tabelle langsam. Minus fünf Prozent brauchen plus 5,3, machbar. Minus zehn brauchen plus 11,1, anspruchsvoll. Minus zwanzig brauchen plus fünfundzwanzig, schwer. Minus dreißig brauchen plus 42,9.
Minus fünfzig brauchen plus hundert, verdoppeln, nur um wieder bei null zu stehen. Minus siebzig brauchen plus 233, minus neunzig plus neunhundert Prozent.
Die Kurve der Erholung
En el vídeo desde 14:58Gestrichelt siehst du die naive Erwartung, nach der ein Verlust von x Prozent einen Gewinn von x Prozent verlangt. Darüber die echte Hürde. Bis zehn Prozent laufen beide fast gleich, ab zwanzig biegt die echte Kurve nach oben ab und wird immer steiler. Der goldene Spalt dazwischen ist der Aufschlag, den die Mathematik verlangt.
Die Farben am Boden lesen sich wie eine Ampel: kontrollierbar, Gefahr, kritisch, und ab fünfzig Prozent kaum noch umkehrbar. Bei zwanzig Prozent zieht das Buch seine Grenze.
Volatility-Drag
En el vídeo desde 15:36Der Grund hinter dieser Asymmetrie hat einen Namen: Volatility-Drag, der Bremsklotz der Schwankung. Plus zehn Prozent, dann minus zehn, und aus hundert Euro werden 99. Plus fünfzig, dann minus fünfzig, und aus hundert werden fünfundsiebzig. Im Durchschnitt hast du beide Male null verdient, erlebt hast du einen Verlust.
Auf deinem Konto kommt nicht der Durchschnitt deiner Renditen an, sondern ihre Verkettung, und die liegt darunter, sobald etwas schwankt. Der Abstand wächst näherungsweise mit dem Quadrat der Schwankung. Deshalb kostet jede zusätzliche Schwankung Substanz, selbst bei positivem Erwartungswert.
Ein Prozent oder drei
En el vídeo desde 16:21Was das für dein Risiko heißt, zeigt eine Serie von zehn Verlusten in Folge. Bei einem Prozent Risiko pro Trade kostet sie dich rund zehn Prozent, bei drei Prozent rund 26. Dreifaches Risiko, knapp dreifacher Drawdown.
Zehn Prozent holst du mit rund elf zurück, für sechsundzwanzig brauchst du rund 36. Das eine ist ein schlechter Monat, das andere ein Loch, aus dem die Disziplin selten zurückfindet. Und genau dorthin schieben dich Revenge-Kaskade und FOMO-Spirale aus Kapitel zwei. Die ganze Rechnung liefert Kapitel neunundzwanzig.
Kernprinzip: Die Überlebensregel
En el vídeo desde 17:02Kernprinzip zwei, die Überlebensregel des Buches: den größten Drawdown unter zwanzig Prozent halten und dafür höchstens ein Prozent pro Trade riskieren, besser ein Viertel bis ein halbes Prozent.
Bei einem Prozent kostet selbst eine Serie von fünfzehn Verlusten nur rund vierzehn Prozent, und die holst du mit gut sechzehn zurück. Anspruchsvoll, aber machbar. Das ist der Unterschied zwischen Karriere und Karriere-Ende. Durchspielen kannst du das im Ruin-Simulator auf der Begleitseite, der Link steht in der Beschreibung.
Abschnitt 5: Die sichtbare Hälfte
En el vídeo desde 17:39Abschnitt fünf: die vier verborgenen Kosten. Bis hierher ging es um eine einzige Zahl, den Kontostand. Das ist der Posten, den jeder sieht. Die wahren Kosten des Scheiterns stehen so nicht im Broker-Report. Zwei lassen sich in Euro fassen, aber kaum jemand rechnet sie aus. Zwei haben gar kein Preisschild, und nach dem Buch wiegen gerade sie am Ende am schwersten.
Erstens: Opportunitätskosten
En el vídeo desde 18:07Erstens, die Opportunitätskosten: was dasselbe Geld nebenbei verdient hätte. Als Maßstab, nicht als Empfehlung, nimm einen breiten Welt-ETF und nimm grob sieben Prozent im Jahr an. Dann wären Markus' dreißigtausend Euro in acht Monaten ohne einen einzigen Trade auf rund 31.400 gewachsen. Seine Lücke beträgt nicht zehntausendfünfhundert, sondern rund 11.900 Euro.
Für alle drei zusammen, jeder über seine eigene Dauer: Aus 90.000 Euro wurden 64.500, im Vergleichsmaßstab wären es rund 93.100 gewesen. Differenz rund 28.600 Euro.
Zweitens: Transaktionskosten und Steuer
En el vídeo desde 18:58Zweitens, die Transaktionskosten, der stille Abfluss. Sie stecken schon im Kontostand, aber kaum jemand rechnet sie einzeln aus. Ein Overtrader mit zehn Trades am Tag kommt an 250 Handelstagen auf 2.500 Round-Trips, also Ein- und Ausstiege. Bei angenommenen zwei bis vier Euro Reibung je Round-Trip für Spread, Kommission und Slippage fließen im Jahr fünf- bis zehntausend Euro ab, bevor die erste Strategie überhaupt wirkt.
Dazu kommt die Steuer. In Deutschland wird auf Gewinne Abgeltungsteuer fällig. Verluste aus dem Trading lassen sich nur mit Kapitalerträgen verrechnen, und ein Verlustjahr erstattet dir nichts aus früheren Jahren. Am Gewinn ist der Staat voll beteiligt, am Verlust nur begrenzt.
Drittens: Zeitkosten
En el vídeo desde 19:51Drittens, die Zeitkosten. Markus hat acht Monate verloren, Thomas sechs, Sarah vier, und der ganze Zyklus vom Hoch bis zur Kapitulation dauert im Modell achtzehn Monate. Geld lässt sich neu verdienen. Die Stunden vor dem Bildschirm, die Abende, die verschobenen Pläne sind weg, und keine Erholung des Kontos gibt sie dir zurück.
Viertens: Gesundheit, Beziehung, Lehrgeld
En el vídeo desde 20:17Viertens, Gesundheit und Beziehungen. Der Cortisol-Faden aus Kapitel zwei endet nicht am Konto. Bei vielen läuft er weiter in den Schlaf, der ausbleibt, in die Gereiztheit, die der Partner abbekommt, in die Konzentration, die im Beruf fehlt.
Und darüber liegt die teuerste Erzählung: Das war Lehrgeld. Sie macht aus einem vermeidbaren Verlust eine scheinbar sinnvolle Investition und hält den Trader dort, wo er ist. Zu Lehrgeld wird ein Verlust erst, wenn daraus verändertes Verhalten folgt. Ohne das ist er ein Verlust mit besserem Marketing.
Der Kosten-Stack
En el vídeo desde 20:57Leg alles nebeneinander, und du hast den Kosten-Stack. Zuerst der sichtbare Kontoverlust von Markus, zehntausendfünfhundert Euro, und darin steckt schon die Reibung, die niemand einzeln ausweist. Dazu kommt die entgangene Rendite. Dazu kommen acht verlorene Monate und der Tribut an Gesundheit und Beziehung. Die letzten beiden haben kein Preisschild, und genau deshalb fehlen sie in fast jeder Rechnung, die ein Trader für sich aufmacht. Der Kontostand weist die Kosten des Scheiterns zu niedrig aus.
Zusammenfassung
En el vídeo desde 21:33Fassen wir zusammen. Erstens: Gewinne entstehen täglich, Verluste in Minuten, und zwei Tage ohne Kontrolle können drei Monate Arbeit auslöschen. Zweitens: In Taiwan konnte weniger als ein Prozent der Daytrader nach Kosten verlässlich Geld verdienen, und zwei Denkfehler lassen dich glauben, du seist die Ausnahme. Drittens: Mehr Information hebt die Zuversicht, nicht die Treffer.
Viertens: Minus fünfzig verlangt plus hundert, der Motor ist der Volatility-Drag. Fünftens: Der Kontostand ist nur die sichtbare Hälfte der Rechnung. Überleben geht vor Rendite. Immer.
Deine Aufgabe für heute Abend
En el vídeo desde 22:16Zum Schluss drei Einträge für dein Journal, heute Abend, Datum oben. Eintrag eins: dein größter Drawdown der letzten sechs Monate, vom Höchststand bis zum Tiefpunkt. Schreib die Zahl hin, schau in die Tabelle, und rechne aus, wie viele Monate dich der Rückweg bei deiner üblichen Leistung kostet. Die Zahl wird unbequem, genau deshalb gehört sie aufgeschrieben.
Eintrag zwei: Welcher der drei bist du, Markus, Sarah oder Thomas? Eine Antwort, nicht ein bisschen von jedem.
Eintrag drei: deine wahre Kost, also dein Verlust der letzten zwölf Monate, dazu, was dasselbe Geld im Vergleichsmaßstab getan hätte, und die Monate, die du investiert hast. Darunter eine Aktion, die ab morgen gilt: welcher Indikator fliegt, welcher Account stumm wird, wie hoch dein Tageslimit ist. Setzt du sie in zwei Wochen nicht um, steckst du nach dem Modell des Buches wohl noch in Phase zwei oder drei.
Der Eisberg: Ende von Teil I
En el vídeo desde 23:23Damit ist der erste Teil des Buches komplett, und er lässt sich als Eisberg zeichnen. Über Wasser das Einzige, was alle sehen: Die Mehrheit scheitert, wie es die Daten aus Taiwan zeigen. Das ist das Symptom.
Darunter liegen drei Schichten. Die technische Illusion aus Kapitel eins: Du handelst Schatten statt Realität. Die psychologische aus Kapitel zwei: Dein Gehirn ist dein größter Gegner. Und die mathematische aus diesem Kapitel: Die Mathematik verzeiht keine Ausreden. Ganz unten liegt das Fundament, auf dem alles Weitere steht. Wer nur die Spitze sieht, behandelt das Symptom. Diagnose abgeschlossen.
Ausblick und Buchreihe
En el vídeo desde 24:07Im nächsten Kapitel beginnt Teil zwei, das Fundament, mit dem professionellen Arsenal: Märkte, Instrumente und Daten, und die Frage, ob deine Daten überhaupt echt sind.
In der neuen Buchreihe »Der Composite-Man-Code« wird der Composite-Man-Code logisch und bis ins kleinste Detail erläutert und erklärt. Band eins legt das institutionelle Marktbild als Fundament, mit Wyckoff, Volumenprofil, Price Action und Orderflow in einem Gesamtsystem. Band zwei ist das Playbook mit sechs Setup-Familien, der Führung des Trades und der Mathematik des Überlebens. Band drei nimmt sich den Menschen am Bildschirm vor, vom probabilistischen Denken bis zum Handelstag in festen Schritten.
Was in den drei Bänden steht, findest du auf wvpo-academy.com/buecher. Der Link steht in der Beschreibung.