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Du hattest recht. Phase C dokumentiert, Spring erkannt, Konsens am Tief — sauberer wird ein Einstieg nicht. Dann kommt der zweite Schub nach unten: zwei Ticks unter das Spring-Tief, dein Stop ist weg, minus ein R. Und während du noch auf die Abrechnung starrst, dreht der Markt und läuft exakt die Bewegung ab, die du vorhergesehen hast. Nur ohne dich.
Jeder Trader kennt die zwei Stimmen, die in diesem Moment reden. Die eine sagt: sofort wieder rein, das ist mein Trade, der Markt schuldet mir etwas. Die andere sagt: nie wieder, die jagen meine Stops, das Spiel ist manipuliert. Beide Stimmen kosten Geld — und beide argumentieren mit demselben Irrtum: dass der Ausstopper etwas über dich gesagt hätte.
Hat er nicht. Er hat etwas über Liquidität gesagt. Was der zweite Schub war, hat in Wyckoffs Vokabular einen eigenen Namen; warum dein Stop genau dort liegen musste, wo er gerissen wurde, steht in Band I; und für den Weg zurück in den Markt gibt es keine Eingebung, sondern drei nummerierte Türen. Dieses Werkzeug lässt dich den Schmerzmoment noch einmal durchleben — und baut dann, Handgriff für Handgriff, das Protokoll auf, das aus dem zweiten Versuch einen eigenen, begründbaren Trade macht.
Warum dieses Instrument
Kapitel 9 legt das Fundament, und es ist unbequem: Stop-Hunting ist keine Verschwörung, sondern eine ökonomische Notwendigkeit. Wer eine große Position kaufen will, braucht Verkäufer — und die verlässlichste Quelle für Verkäufer sind die vorhersehbar platzierten Stops unter dem letzten signifikanten Tief. Der Preis wird kurz darunter gedrückt, die Stops werden ausgelöst, die entstehende Liquidität wird aufgekauft, dann läuft der Preis in die geplante Richtung. Das Buch fasst es in einem Satz, der die Blickrichtung dreht: »Du wirst nicht ausgestoppt, weil der Markt gegen dich ist. Du wirst ausgestoppt, weil dein Stop genau dort liegt, wo jemand Liquidität braucht.«
Die zweite Hälfte des Fundaments steht in Band II, Kapitel 20.7, bei den Spring-Fallen. Falle 2 heißt Double Spring: Ein erster Spring läuft mit sauberer Mechanik, der Trade entsteht, der Markt beginnt zu steigen — und fällt dann noch einmal unter das ursprüngliche Spring-Tief, typischerweise ein bis drei Ticks tiefer. Wer am ersten Tief eingestiegen ist, wird beim zweiten Test ausgestoppt. Das Kapitel ist an dieser Stelle schonungslos ehrlich: Einen Vermeidungs-Mechanismus gibt es nicht. Die Stop-Disziplin verlangt das Ausstoppen — das ist das eingeplante Verlustprofil des Setups, im Modell-Sample rund 44 Prozent aller Durchläufe. Und der zweite Schub selbst ist kein Versagen der Phase C, sondern trägt Wyckoff-Vokabular: ein Test of the Spring, der die Akkumulation tiefer absichert, bevor der Mark-Up beginnt.
Damit ist die Lage nach dem Ausstopper präzise beschrieben, und sie ist paradox: Dein Stop war regelkonform, dein Verlust war eingeplant, deine These war richtig — alles gleichzeitig. Genau in diesem Paradox entstehen die zwei teuren Reflexe. Die Rache-Order will den Verlust zurückholen und steigt ohne Ort, ohne Trigger, ohne Chance-Risiko-Rechnung wieder ein; sie ist statistisch der teuerste Trade des Tages, weil sie aus Schmerz entsteht statt aus Struktur. Die Ohnmacht dagegen erklärt den Markt für unspielbar und lässt die Türen verstreichen, die sich nach einem echten Test of the Spring der Reihe nach öffnen — obwohl hinter jeder ein dokumentiertes Setup mit eigener Edge-Zeile steht. Dieses Werkzeug gehört deshalb in die Säule Psychologie, aber es argumentiert durchgehend mit Methode: Das Gegenmittel gegen beide Reflexe ist kein Charakterzug, sondern ein Protokoll — erst Diagnose, dann Tür, dann Budget.
Zur Datenbasis, offen ausgewiesen: Alle Kurs-Sequenzen in diesem Werkzeug sind Modell-Konstruktionen nach den Kanon-Schwellen aus Kapitel 20.5 und 20.7, mit ◐ MODELL markiert — einen faktencheck-geprüften Double-Spring-Echtdatenfall führt unsere Fallbibliothek bisher nicht, und wir zeigen lieber ein sauberes Modell als eine zurechtgebogene Echtszene. Die Regeln, Stop-Konventionen, CRV-Minima und Edge-Zahlen dagegen kommen unverändert aus der WVPO-Wissensbasis, dem geprüften Regelwerk hinter Buch, Academy und App. Nichts hier ist ein Signal. Es ist ein Trainingsraum für die zehn Minuten nach dem Stop-Hit.
Das Werkzeug
Zieh den Scrubber, bis dein Stop fällt — und bleib einen Moment in dem Gefühl. Genau dort beginnt das Protokoll.
◐ MODEL · ES teaching sequence built on canon thresholds (ch. 20.5/20.7) · rules ● SSOT
Drag the scrubber. Your trade: limit at the VAL 5,304.00, stop 5,299.75 — one tick below the spring low, as the classic convention demands.
First trade: 5,304.00 → 5,322.25
Tap the marked stop-out candle or open the autopsy via the button.
All prices are a teaching model (◐); rules and edge figures come from the knowledge base (●). No signal, no forecast.
Die geführte Tour — sieben Handgriffe, ein Protokoll
Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: erst den Ausstopper erleben und verstehen, dann die Stop-Frage klären, dann die Türen kennenlernen — und zuletzt unter Druck entscheiden. Nimm dir für jeden Abschnitt zwei, drei Minuten.
1 · Der Ausstopper in Echtzeit — der Moment, um den es geht
Was: Modus 1 spielt die Modell-Session Bar für Bar ab. Dein Trade steht bereits: Limit an der Value Area Low bei 5.304, Stop bei 5.299,75 — ein Tick unter dem Spring-Tief von 5.300, wie es die klassische Konvention aus Kapitel 20 verlangt. Der Spring läuft, der Markt dreht nach oben, die Position ist im Plus. Dann kommt Bar 24: ein zweiter Schub auf 5.299,50, zwei Ticks unter das erste Tief. Das Replay hält automatisch an, die Abrechnung steht: ausgestoppt, minus ein R, 4,25 Punkte. Danach läuft der Markt weiter — ohne dich, über den POC, über die VAH, bis in die Projektion.
Warum: Es gibt einen Grund, dieses Gefühl im Modell zu durchleben statt nur davon zu lesen. Kapitel 20.7 nennt das Ausstoppen am zweiten Test das eingeplante Verlustprofil — eine Formulierung, die im Rückblick banal klingt und sich im Moment des Stop-Hits vollständig falsch anfühlt. Der Abstand zwischen diesen beiden Zuständen ist exakt die Lücke, in der Rache-Trades entstehen. Wer den Moment im Replay durchlaufen hat, erkennt ihn live wieder — und Wiedererkennen ist der erste Schritt vor jedem Protokoll.
Übung: Fahre die Sequenz A bis zum automatischen Halt und lies die Meldung vollständig. Notiere den einen Satz, der wehtut: Der Stop war regelkonform, und er ist trotzdem gefallen. Beides zugleich.
2 · Die Autopsie — Diagnose vor Order
Was: Am Stop-Hit öffnest du die Autopsie der Ausstopper-Kerze — per Taste oder direkt auf der markierten Kerze. Die Beweis-Akte prüft drei Dinge: Hat der M5-Schluss das gebrochene Tief zurückerobert? Wie sah das Volumen am Abgriff aus? Wie tief lief der Test unter Tief 1? In Sequenz A lautet der Befund: Schluss 5.306,50, zurück über Tief und Value Area, Klimax-Volumen, zwei Ticks Testtiefe — Diagnose: These lebt. Dann schaltest du auf Sequenz B. Gleicher Stop-Hit, aber der Schluss bleibt unter dem Tief, und die Folge-Bars akzeptieren darunter — Diagnose: These tot.
Warum: Das ist die wichtigste Weiche des gesamten Protokolls, und sie kommt vor jeder Order. Kapitel 9 formuliert die Invalidierungsregel für den gescheiterten Spring: Long erst nach Rückkehr über das gebrochene Tief plus Kauf-Delta — bleibt der Preis darunter, ist die Long-These tot, ohne Nachfassen, ohne Mitteln. Ein Ausstopper ist also nicht gleich Ausstopper: Der eine ist ein Test of the Spring in einer intakten Akkumulation, der andere der Beginn eines echten Bruchs. Von außen, in der Sekunde des Stop-Hits, sehen beide identisch aus. Der Unterschied steht eine Kerze später im Schluss — und wer ihn nicht abwartet, handelt eine Münze.
Übung: Öffne die Autopsie in beiden Sequenzen direkt nacheinander. Schreibe das Diagnose-Kriterium in dein Journal, wörtlich und als Frage: Hat der M5-Schluss das gebrochene Niveau zurückerobert? Diese eine Frage ersetzt den Impuls.
3 · Das Stop-Labor — wen der Test fischt
Was: Modus 2 stellt die Frage, die sich jeder Ausgestoppte stellt: Hätte ein anderer Stop überlebt? Du wählst die Stop-Regel — Razor, ein Tick unter Tief 1 bei 5.299,75, oder Puffer, ein voller Punkt unter dem Tief bei 5.299,00, wie ihn die korrigierte Konvention unseres verifizierten Gold-Falls verwendet. Dazu die Ausführungsbasis — harter Wick-Stop oder M5-Schluss-Invalidierung — und die Testtiefe: flach mit zwei Ticks oder tief mit sechs. Das Labor spielt jede Kombination durch. Der flache Test fischt den Razor-Wick-Stop und lässt den Puffer leben; der tiefe Test reißt auch den Puffer; die Schluss-Basis übersteht beide, weil der Schluss zurückkommt.
Warum: Ob der Stop-Fisch dich erwischt, entscheidet nicht der Markt allein, sondern deine Stop-Semantik — und die hat keinen Gratis-Ausgang. Der Puffer rettet dich im flachen Test, kostet aber Risiko: 5,00 statt 4,25 Punkte, und das CRV zum POC fällt von 6,1 auf 5,2. Die Schluss-Invalidierung rettet dich in beiden Tests — aber nur, solange der Schluss tatsächlich zurückkommt; in Sequenz B säßest du damit voll im fallenden Markt. Und die Wissensbasis liefert die ehrliche Gegenrechnung zur engeren Variante gleich mit: mehr Verluste, höhere Multiples, ähnliche Expectancy, höhere psychologische Belastung. Es gibt hier nichts zu gewinnen außer Klarheit — aber Klarheit ist genau das, was vor dem nächsten Trade dokumentiert sein muss. Kapitel 9 gibt dem Puffer sogar eine Bemessungsregel mit: nicht auf das Tief und nicht einen Tick darunter, sondern zehn bis fünfzehn Prozent des Tages-ATR tiefer, mindestens außerhalb von Spread und Noise — sonst fängt dich der sekundäre Sweep. Eine Randnotiz für genaue Leser: Kapitel 20.7 lässt die Ausführungsbasis der Stop-A-Konvention offen; das Labor legt bewusst keine Lesart fest, sondern macht die Wahl sichtbar, die du pre-Trade treffen und festhalten musst.
Übung: Finde die Kombination, die den flachen Test übersteht und in Sequenz B trotzdem aussteigt. Es gibt sie nicht in Reinform — und diese Erkenntnis, schwarz auf weiß, ist der Punkt der Übung: Jede Stop-Wahl ist ein dokumentierter Trade-off, kein Trick.
4 · Die drei Türen — der Markt öffnet mehrfach
Was: Modus 3 zeigt die komplette Sequenz nach deinem Ausstopper und legt drei Schichten darüber. Tür 1, Test of the Spring: Das zweite Tief ist ein eigenständiger Spring-Kandidat, der neue 1b-Durchlauf triggert am CHoCH-Schluss 5.307,50 mit Stop 5.299,25 unter Tief 2 — CRV 2,7 zum POC, 4,9 zur VAH. Tür 2, LPS: das erste höhere Tief nach Mark-Up-Beginn, Entry 5.308, strukturelle Invalidierung unter dem Phase-C-Tief — CRV 2,5, und dahinter die stärkste Zeile des Playbooks: Setup 2 mit n = 142 Trades. Tür 3, BUEC: der Pullback an die ehemalige VAH nach dem Ausbruch, Entry 5.349, Stop 5.346 an der Flip-Toleranz — CRV 4,3 zur Projektion.
Warum: »Der Zug ist weg« ist eine optische Täuschung. Eine Akkumulation, die trägt, öffnet den strukturierten Wiedereinstieg mehrfach — in Phase C als Test, in Phase D als LPS, an der Kante als BUEC. Das ist keine Trostformel, sondern Playbook-Architektur: Kapitel 20 endet wörtlich mit dem Hinweis, dass die Anschluss-Mechanik nach dem Spring ein eigenes Setup mit eigenem Trigger und eigener Edge-Mathematik ist. Entscheidend ist die Blickrichtung: Keine der Türen holt deinen alten Trade zurück. Jede ist ein neuer Trade mit vollem Filter-Durchlauf, eigenem Stop und eigener Journal-Zeile — der alte ist abgeschlossen, dokumentiert, erledigt.
Übung: Schalte alle drei Türen ein und vergleiche die Stop-Anker: zweimal unter dem Phase-C-Tief, einmal an der Kanten-Toleranz. Beantworte für jede Tür die Frage, warum ihr Stop genau dort sitzt — wer das begründen kann, handelt Türen statt Gefühle.
5 · Der freie Wiedereinstieg — jede Order bekommt ihr Urteil
Was: Modus 4 gibt dir den ganzen Chart frei. Du setzt den Order-Cursor per Tap oder Taste auf eine beliebige Bar und einen beliebigen Preis und platzierst deine Long-Order. Das Werkzeug urteilt sofort und begründet: In einem Türfenster mit passendem Niveau ist die Order protokollkonform, mit Entry, Stop und CRV gegen das Setup-Minimum. Unter dem gebrochenen Tief vor der Rückeroberung greift das Martingale-Verbot. Mitten in der Bewegung, ohne Tür und ohne Trigger, lautet das Urteil Chase — mit der ehrlichen Rechnung, warum: Der nächste strukturelle Stop hängt im Nichts, das Ziel ist zu nah, das CRV fällt unter das Minimum. Und selbst wenn die Chase-Rechnung auf dem Papier trägt, bleibt das Urteil stehen: ein Ort ohne Beweis ist kein Setup.
Warum: Disziplin gilt als Charakterfrage — hier wird sie prüfbar. Rache und Protokoll unterscheiden sich nicht im Gefühl, mit dem die Order aufgegeben wird, sondern in drei messbaren Dingen: Ort, Trigger, CRV. Genau die prüft das Urteil, Order für Order. Die Order-Akte darunter sammelt deine Versuche und macht ein Muster sichtbar, das im Live-Konto Monate braucht, um aufzufallen: wo deine Einstiege systematisch landen, wenn niemand hinsieht.
Übung: Platziere bewusst drei Orders — eine im Tür-2-Fenster um 5.308, eine mitten im zweiten Anstieg um 5.340, eine unter dem Tief um 5.299 direkt nach dem Stop-Hit. Lies alle drei Urteile vollständig. Das dritte ist das wichtigste: Es beschreibt den Trade, den der Schmerz aufgeben will.
6 · Das Verhör — Rache gegen Ohnmacht
Was: Fünf verdeckte Fälle, jeder beginnt mit einem Stop-Hit und friert dann ein. An jedem Halt entscheidest du: jetzt wieder rein — und wenn ja, durch welche Tür —, warten, oder endgültig kein Re-Entry. Die Fälle sind gemischt: ein Double Spring mit allen Türen, ein gescheiterter Spring ohne Rückeroberung, ein Slow Grind ohne Klimax, ein Runner, der ohne zweiten Test davonzieht und nur die LPS-Tür öffnet — und ein Spiegelfall auf der Short-Seite, gestoppt über dem Widerstand. Gewertet wird zweiachsig: Zu früh zurück ist ein Rache-Punkt, eine verstrichene offene Tür ein Ohnmachts-Punkt, die richtige Tür zur richtigen Zeit ein Protokoll-Punkt.
Warum: Nach dem Ausstopper gibt es nicht einen Fehler, sondern zwei — und fast jeder Trader hat eine Lieblingsseite. Der Rache-Typ steigt in Fall 2 und 3 wieder ein, wo die Diagnose längst tot ist; der Ohnmachts-Typ lässt in Fall 1 und 4 offene Türen verstreichen und nennt es Vorsicht. Übliche Drills messen nur die erste Fehlerart. Dieses Verhör zählt beide getrennt, weil die Therapie verschieden ist: Gegen Rache hilft die Diagnose-Frage, gegen Ohnmacht die Edge-Zeile der Tür.
Übung: Absolviere alle fünf Fälle in einem Durchgang, ohne Pause zwischen den Entscheidungen — der Zeitdruck gehört zur Übung. Beim Spiegelfall gilt dieselbe Mechanik kopfüber: Rückeroberung heißt dort Rückkehr unter den Widerstand.
7 · Die Protokoll-Bilanz — messbar statt gefühlt
Was: Nach dem letzten Fall steht die Bilanz: Protokoll-Punkte, Rache-Punkte, Ohnmachts-Punkte, Tür-Fehler — und dein R-Aggregat über alle Entscheidungen, gehalten gegen die Protokoll-Referenz von plus 7,2 R, die ein strikt regelkonformer Durchgang über dieselben fünf Fälle erzielt. Darunter benennt die Bilanz deine Neigungs-Seite und erinnert an die Budget-Regel aus Kapitel 26.4. Der Bestwert bleibt lokal auf deinem Gerät.
Warum: Der zweite Versuch ist eine trainierbare Fertigkeit, und Training braucht eine ehrliche Messgröße. Die Referenz ist bewusst kein Idealwert aus perfekter Voraussicht, sondern das Ergebnis der Regeln selbst — sie enthält die Fälle, in denen das Protokoll zu Recht draußen bleibt und null R erzielt. Wer sie unterbietet, hat nicht zu wenig gewusst, sondern zu früh oder zu spät gehandelt. Das ist eine reparierbare Diagnose.
Übung: Wiederhole das Verhör nach einer Woche und vergleiche nur zwei Zahlen: die Neigungs-Seite und das R-Aggregat. Wandert die Neigung Richtung Mitte, wirkt das Training.
Grenzen & Ehrlichkeit
Die Bühne ist ein Modell. Alle Sequenzen sind deterministische Lehr-Konstruktionen nach den Kanon-Schwellen des Buchs — die ES-Toleranz von drei bis sechs Punkten unter der VAL, die Testtiefe von ein bis drei Ticks, die Türen-Choreografie der Phasen C bis E. Ein echter Markt liefert dieselben Muster verrauschter, langsamer und mit mehr Fehlversuchen. Einen faktencheck-geprüften Double-Spring-Echtdatenfall zeigen wir erst, wenn wir einen haben.
Auch die Edge-Zahlen verdienen einen zweiten Blick: Sie stammen aus den Modell-Samples und Lehrstücken der Buchkapitel — einzig die LPS-Zeile führt das Playbook als verifizierte Stichprobe mit n = 142. Kapitel 17 gilt trotzdem ungekürzt: Eine Edge-Zeile ist erst deine, wenn du sie am eigenen Instrument mit eigenen Daten validiert hast. Die Zahlen hier begründen die Struktur des Protokolls, nicht deine künftige Trefferquote.
Das Protokoll selbst hat eine eingebaute Grenze, und sie steht bewusst am Ende jeder Bilanz: das Budget. Re-Entries zählen voll in die Verlust-Serien-Regel aus Kapitel 26.4 — fünf Verluste in Folge oder drei R in einer Woche erzwingen die Pause, auch wenn gerade eine Tür offen steht. Ein Protokoll, das unbegrenzte Versuche erlaubt, wäre nur eine höflichere Form der Rache. Und eine Randnotiz zur Quellenlage, weil Ehrlichkeit auch die eigene Bibliothek betrifft: Kapitel 20.7 enthält zur Frage, ob der klassische Stop den zweiten Test übersteht, zwei Aussagen, die rechnerisch nicht beide zugleich gelten können; das Labor in Modus 2 behandelt die Frage deshalb als offene Ausführungsbasis-Entscheidung, nicht als entschiedenen Kanon. Was dieses Werkzeug nicht ist, steht zum Schluss: kein Signal, keine Prognose, keine Aufforderung zu irgendeinem Trade. Für alles mit echtem Geld gilt der Risikohinweis.
Akten-Vokabular
Die drei Anker-Begriffe dieses Beitrags, wörtlich nach dem WVPO-Glossar:
Spring — »Phase-C-Ereignis: scharfes Unterschießen einer Unterstützung mit Rückeroberung (Liquiditätsjagd). Anker von Setup 1a/1b.« (Band II, Kap. 20)
Test of the Spring — »Zweiter Abgriff unter das erste Spring-Tief nach kurzer Mark-Up-Pause (Double-Spring-Sequenz): kein Phase-C-Versagen, sondern der Test, der die Akkumulation tiefer absichert, bevor der Mark-Up beginnt. Stoppt planmäßig die Stops unter Tief 1 aus — und ist zugleich Tür 1 des strukturierten Wiedereinstiegs.« (Band II, Kap. 20)
LPS (Last Point of Support) — »Höheres Tief im Mark-Up-Anlauf (Phase D). Anker von Setup 2.« (Band II, Kap. 21)
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